Person

cs_1Viele haben ihre Urteile über Menschen, die spirituell arbeiten, sehr schnell parat: „Das sind doch alles Spinner.“, „Nicht realistisch!“,  „Denen fehlt es im Kopf!“ usw. Ich kann mich in diese Schubladen nicht einordnen, denn auch ich, die „so“ arbeitet, wurde 1964 ganz normal in Augsburg geboren. Ich hatte eine mehr oder weniger schöne Kindheit, in der ich öfters wegen meiner zu „lebhaften Phantasie“ getadelt wurde. Ich ging zur Schule – auch ganz normal – machte eine Ausbildung im hauswirtschaftlichen Bereich und arbeitete acht Jahre bei einer großen Firma. Zwischendurch habe ich auch das erste Mal geheiratet und bekam aus dieser Verbindung meine Kinder Benjamin, Dominic und Carina.

Irgendwann mit ca. 29 Jahren stellte ich jedoch fest, dass ich doch nicht ganz „normal“ sein konnte, denn ich bekam immer mehr andere Ansichten vom Leben, von einer Partnerschaft, von mir und von vielen Menschen um mich herum. Zu dieser Zeit begann ich gerade mit der Ausbildung zur Heilpraktikerin – war es doch einer meiner Träume, Menschen zu helfen. Ich kam auch mit Energiearbeit in Berührung, welche anscheinend viele Schlösser in mir auf einmal aufsperrte und nie zuvor gespürte Energien und Kräfte aktivierte. Ich ertrug mein Leben nicht mehr. Mein damaliger Mann war nicht sehr begeistert von meiner Wandlung, die ich im Laufe dieses Jahres vollzog. Keiner verstand was ich eigentlich wollte. War ich doch sehr gut verheiratet, mein Ex-Mann verdiente gut, wir besaßen ein schönes großes Haus und ich hatte eine Zugehfrau – alles was das Leben einer Frau leichter macht. Doch ich war unzufrieden. Viele Gedanken waren damals meine besten Freunde. War ich jemand der einfach das, was er hatte, nicht schätzen konnte? Zu anspruchsvoll? War ich der Esel, dem es zu gut ging und der dann auf das Eis geht? Nein, ich spürte, dass das einfach nicht dsa Leben war, das ich leben wollte. Das nettes Fräulein neben einem Mann, der Karriere machte. Doch wo blieb mein Leben? Kinder, Haus, Kochtöpfe und Garten? Nein danke! Mit den Vertröstungen meines Ex-Gatten, dass wenn die Kinder aus dem Hause seien, ich etwas tun dürfte, war ich nicht einverstanden. Unsere Auseinandersetzungen wurden immer intensiver und so kam die Frage immer größer und gewaltiger auf mich zu: Was sollte ich tun?

Da wurde mir von Kursteilnehmern etwas von einem Medium erzählt. Ich hatte bis dahin überhaupt keine Ahnung, was das sein sollte oder sein könnte. Neugierig fragte ich nach. Als ich die Antworten hörte, dachte ich zu erst einmal, man wolle mich auf den Arm nehmen. Irgendeine geistige Energie sollte mir Antworten auf meine Fragen geben können – dass ich nicht lache.

Doch dieser Gedanke beschäftigte mich schon sehr. Jeder, der in seinem Leben einmal an dem Punkt war, wo er nicht mehr weiter weiß, wird bestätigen können, dass man dann jeden Strohhalm ergreift. Etwas ängstlich und unsicher, aber sehr neugierig, meldete ich mich bei diesem Medium zu einer sogenannten „Sitzung“ an. Dieses große Abenteuer fand für mich in einem Hotel in München statt. Ich wurde in der Lobby von einem Herrn abgeholt und wir fuhren im Aufzug nach oben. Wie viele Menschen erwartete ich irgend etwas Unheimliches, Mystisches und mir völlig Fremdes. Doch hier wurde ich bereits enttäuscht oder besser gesagt – beruhigt. Alles war normal. Das Hotelzimmer war normal und auch das Medium war völlig normal gekleidet. Kein Turban, kein Kleid oder Ähnliches. Mir wurde kurz erklärt um was es ging und schon war ich mitten im Geschehen.

Aus meiner heutigen Sicht war es der Startschuß zu einem neuen Leben, auch wenn viele Aussagen nie eingetroffen sind, wie z.B. ich würde mit meinem Ex-Mann glücklich zusammen bleiben. Doch das ist auch nics_2cht wichtig gewesen. Mir war wichtig, was über mich gesprochen wurde, und dass ich eben doch ganz normale Ansichten zum Leben hatte, halt viel freier wie so viele andere Menschen. Das Wichtigste jedoch war die Adresse, die ich von einem Medium aus England bekam. Diese Dame, namens Inger Wilson, wollte unbedingt in einer weiteren Stadt in Deutschland arbeiten, und ich sollte das organisieren. Super dachte ich mir, wenn das mein Ehemann erfährt, dann ist er vollkommen überzeugt, dass ich nicht mehr ganz klar im Kopf bin. Zwei Monate später bin ich dann mit meinen drei Kindern ausgezogen und habe die Scheidung eingereicht. Es war mein bis dahin mutigster Schritt in meinem Leben. Da fiel mir die Adresse von England wieder in die Hände. Kurz entschlossen flog ich dann mit einer Bekannten nach London zu Inger. Ich wollte sie kennenlernen, schauen ob wir überhaupt zusammenarbeiten konnten und eventuell die geschäftlichen Punkte mit ihr besprechen. In England angekommen fuhren wir zu ihrem Haus. Sie öffnete freundlich, und als ihr Blick auf mich fiel, verwandelte sich ihr Ausdruck sehr schnell zu einem forschenden und strengen Gesicht. Ich war mir jedoch keiner Schuld bewußt. Mutig trat ich dennoch ein; noch immer war ihr Blick unentwegt auf mich gerichtet. Sie bewirtete uns mit Tee und forderte uns auf sich vorzustellen. Meine Bekannte begann mit ihren Erzählungen, doch ich hatte das Gefühl Inger hörte gar nicht richtig zu. Immer wieder sah sie mich aus ihren strengen Augen an. Als ich an der Reihe war, traute ich mich gar nicht richtig zu sprechen. Auf einmal fuhr sie mich an, ich sollte mit meinem Theater aufhören und ihr sagen, warum ich wirklich hier sei. Ich sei doch auch ein Medium, und was das Theater solle sie nach Deutschland einladen zu wollen, wo ich dort doch selbst als Medium arbeite. – Stille war im Raum, und ich dachte mir, das geschieht mir recht, dass ich hier bei einer Verrückten gelandet bin. Ich gab ihr zu verstehen, dass ich keine Ahnung habe, wovon sie spräche. Da ging die Türe auf und ihr Ehemann Redge kam herein. Er begrüßte uns herzlich und sagte „Wundervoll ein deutsches Medium in unserem Hause als Gast zu haben“. Ich verstand die Welt nicht mehr. Da fragte Inger auf einmal, ob ich denn wirklich nicht wisse, dass ich ein Medium sei?

Durch die nun folgenden Gespräche klärte sich sehr schnell auf, dass ich die Fähigkeit als Trance-Medium in mir hatte. Als mir die beiden erklärten, was ein Trance-Medium sei, dachte ich, ich fiele gleich in Ohnmacht. „Das werde ich nie tun“ rief ich entsetzt, „ich will doch nur organisieren und ansonsten einfach Heilpraktikerin werden“. Das sollte ich mir gleich abschminken, sagte sie ruhig, denn die Prüfung würde ich eh nicht bestehen. Ich war vollkommen verwirrt, konnte und wollte das alles nicht glauben. So flogen wir drei Tage später wieder nach Hause. Ich wurde noch mit den Worten verabschiedet mir alles nochmals zu überlegen. Es sei meine Aufgabe die Gabe zu leben und beide, Inger und Redge, würden mir dabei helfen. Ich war vollkommen durch den Wind.

Zu Hause angekommen, verdrängte ich das alles erst mal. Ich war keiner dieser Menschen die unbedingt ein Medium sein wollten und den Leuten ein Channeling geben wollten. Ich wollte einfach normal sein und leben. Das Seltsame jedoch war, dass ich seit dem Besuch in England immer krank war. Andauernd wurde ich aus absolut unerfindlichen Gründen von Fieber heimgesucht. Mein zweiter Ehemann und  nun ExMann Andreas, den ich damals gerade näher kennenlernte, riet mir diese Fähigkeit einfach mal zuzulassen und mich nicht ständig dagegen zu wehren. Ich willigte schließlich dazu ein, um so Klarheit zu erhalten, ob dann diese Fieberattacken vorbei wären. Wir telefonierten nach England und Inger war begeistert, mir nun helfen zu können. Sie kam einige Wochen später nach Deutschland und so begann meine heutige Tätigkeit als Medium. Drei Jahre habe ich diese Fähigkeit im stillen Kämmerlein sich entwickeln lassen und inzwischen arbeite ich öffentlich als Medium, halte viele Seminare und Vorträge, die den Menschen zu seiner eigenen Freiheit führen. Ich gestalte ebenso Gruppen, in denen die Menschen gemeinsam an ihrer Entwicklung arbeiten.

Dann nahm alles seinen weiteren Lauf. Ich heiratete zum zweiten Mal und bekam mein viertes Kind.

Und dann kam das Jahr 2012. Es war auch für mich ein Jahr des großen Umbruchs und alles im Detail hier nieder zu schreiben ist gar nicht möglich. Meine Astrologin eröffnete mir damals die vorausstehende Zeit sehr bildlich, nur konnte ich ihr erst einmal gar nicht glauben. Mit den Worten „Frau Schwab, Sie haben sich von sich selbst zu weit entfernt. Sie kümmern sich zu sehr um andere. Das wird sich gewaltig ändern! Sie werden sehen, die Menschen, die sich ihre Freunde nennen, die geben Ihnen voll einen auf den Zwölfer!“, entließ sie mich aus der Sitzung. Tja, was soll ich sagen? Zuerst trennte ich mich tatsächlich von den Menschen, die ich wie Kinder an meiner Seite hatte. Dabei habe ich ja selber meine vier Prachtexemplare. Ich entschied mich, ich wollte einfach wieder alleine arbeiten und mich um mich und meine Arbeit kümmern. Ich erlebte leider wie mein bester Freund mich in den Abgrund ziehen wollte, weil er sich seiner Verantwortung und unseren Abmachungen im geschäftlichen Bereich nicht stellen wollte. Ich kann bestätigen, es stimmt, beim Geld hört jede Freundschaft auf. Doch auf der anderen Seite auch wieder nicht. Denn in dieser Zeit habe ich Menschen als Freunde kennengelernt, die mich zwar schon lange Zeit begleiteten, doch mir nie so nah waren wie andere. Sie waren für mich die berühmten Sterne in der Nacht. Ich bin ihnen immer noch sehr sehr dankbar. Der krönende Abschluß in diesem Umbruchs-, und Reinigungsjahr war dann das Loslassen meines zweiten Ehemannes, nach einer Gesamtzeit von 19 Jahren. 2012 und 2013 waren meine „Leukoplastjahre“ immer wieder wurde mir ein Streifen festgeklebtes Leukoplast von den Augen gerissen und eine innere Stimme schrie mich dabei an: „Schau hin wie es wirklich ist!“. Ich tat es, es hat fürchterlich weh getan, zu sehen wo ich mir etwas vorgemacht habe, was ich kompensiert hatte uvm. So vollzog ich dann den Schritt der Trennung, in dem ich aus unserem Haus mit meiner Jüngsten ausgezogen bin. Meine anderen Kids waren schon vorher flügge geworden und ein totes Pferd zu reiten bringt letztendlich auch nichts, selbst wenn es hier und da noch zuckt.

Schaue ich jetzt zurück, wünsche ich niemandem diese Zeit, einfach nur gruslig. Doch wie immer kann auch ich nur sagen, es war zurückblickend alles gut und richtig wie es geschehen ist. Ich kann auch bestätigen, die Zeichen und Bauchgefühle für die Verabschiedungen dieser Menschen oder die in mir spürenden Wünsche nach Veränderung, sie waren alle vorher schon da. Nur trauen wir unseren Gefühlen nicht, oder wir meinen, wir wären dann zu egoistisch, probieren es nochmal und nochmal.  Es ist so, alles was nicht auf Wahrheit oder Liebe gebettet ist, hat keinen Bestand. Ich erkannte, es waren gegenseitige Abhängigkeiten die mich mit diesen Menschen zusammengeführt haben und ab dem Punkt wo innere Heilung geschieht, löst es sich, denn Liebe oder Wahrheit war es nie. Dankbar bin ich dieser Zeit auch, denn ich habe so viele neue Heilungsmethoden ausprobiert und kennengelernt, ein richtig schöner Fundus. Nie hätte ich gedacht, dass eine meiner Sonnenkraftkarten “ Nicht der Anfang wird belohnt, sondern das Durchhalten“, für mich eine derartige Bestimmung und Bestätigung sein wird. Mich wollten bestimmte Menschen scheitern sehen, doch den Gefallen habe ich ihnen leider nicht machen können. Heute (im Moment 2015) kann ich sehr wohl sagen, ich bin auferstanden wie Phönix aus der Asche. In diesem Sinne hat alles, aber auch alles was uns Menschen begegnet oder widerfährt, (leider) immer mit uns selbst zu tun, ein Produkt unserer Entscheidungen, die wir irgendwann mal getroffen haben. Also, los geht es mit den genialen Entscheidungen und den damit aktivierten spitzenmäßigen Ergebnissen.

Und nun noch eine Bitte!

Bitte, ich bin ein Mensch (ja, ich bin ein Mensch) und nur weil ich spirituell lebe und arbeite, schwitze ich trotzdem keine Lavendelblätter, mir wächst kein Gras in der Hand und ich lebe nicht nur von Licht. Ich bekomme im Leben genauso meine Entwicklungsaufgaben, meine Päckchen zum auspacken und Hürden zum überwinden. Nein, ich habe keine Asse und Joker nur weil ich Medium bin. Deswegen braucht keiner mich auf ein Podest zu stellen, da gehöre und will ich auch nicht hin. Es wäre ja schon ziemlich unfair, wenn ich jetzt auf einem rosa Pony durch die Welt reiten dürfte. Außerdem würde ich wohl kaum die Probleme und Themen meiner vielen Kunden verstehen und nachvollziehen können, wenn es auf mich nur Lametta im Leben regnen würde. Drum, bitte spart euch deswegen Aussagen wie: „Ach, dass du solche Aufgaben hast, dass hätte ich ja nie gedacht!“ oder „Sagt dir Lucas nicht was du jetzt machen sollst?“. NEIN, macht auch keiner bei mir.